Vergewaltigter Qualitätsbegriff im Geocaching

Immer wieder geht die Diskussion um die Qualität von Caches los und jeder hat seine ganz eigenen Ansichten. Am erstaunlichsten ist dabei was eigentlich unter Qualität verstanden wird da es sich immer um Definitionen handelt bei denen es im unklaren bleibt woher die denn so stammen mögen. Mein eigenes Verständnis von Qualität kommt aus dem Bereich des Qualitätsmanagement, so habe ich tatsächlich mal einen Schein zum Qualitätsmanagement-Beauftragten gehabt, allerdings nicht verlängert.

Wer mal auf die Wikipedia zum Thema Qualität schauen mag dürfte feststellen dass Qualität bei Geocaches also so eine Sache ist. Geht man nach der ISO-Norm ist wäre Qualität einfach dadurch gegeben dass das Listing in Ordnung ist und die Dose vor Ort und logbar. Denn damit erfüllt der Cache erstmal alle Anforderungen. Dort folgt der Ansatz nach Garvin, aber der ist eigentlich fast nicht auf Geocaches anwendbar da jeder Cacher andere Anforderungen hat und damit kein allgemein gültiger Standard für Qualität definierbar ist.

Aber bevor wir da zu wissenschaftlich werden, meist ist natürlich Qualität im normalen Sprachgebrauch gemeint. Da finde ich den Satz: Qualität ist wenn der Kunde wieder kommt und nicht die Ware. Was letztlich nichts anderes bedeutet als das der Kunde mit der Ware zufrieden sein muss. Und da haben wir dann wieder das eigentliche Grundproblem der Qualität von Geocaches, es hängt einfach extrem vom Kunden ab und daher sind allgemein gültige Aussagen zur Qualität von Caches einfach per se schon eher anmassend und das ist noch nett formuliert. Im Gegenteil, ab und an ist es sogar eher ein Gegenteil immer den Begriff Qualität ins Spiel zu bringen. Denn da könnte man die Anzahl Favoriten-Punkte, aber auch die Anzahl von Founds/Logs zu rate ziehen und dann haben die ach so schlimmen Powertrail plötzlich eine enorm hohe Qualität?!

Mal ehrlich, meinem Gefühl nach wird der Begriff Qualität oftmals versehentlich sogar richtig verwendet. So wird zwar für Caches gute oder schlechte (was eigentlich eh schon falsch ist) Qualität allgemein gültig verkündet, gemeint ist aber der eigene Geschmack was aber meist durchaus bewusst nicht erwähnt wird. Dabei wäre dann der Qualität-Begriff sogar richtig genutzt wenn man deutlicher machen würde dass es dabei nur um sehr subjektive Sichten geht.

Aber ich befürchte das kann man so oft schreiben wie man mag, der Begriff wird auch weiterhin vergewaltigt werden. Ich mag keine Powertrails und auch keine siffigen Filmdosen, aber d.h. ja noch lange nicht dass die deshalb schlecht wären. So mag ich z.B. am liebsten Petlinge die mich auf eine schöne Wanderung schicken und kann auf hupende, blinkende und trötende Dosen verzichten an denen ich dann ewig rumrätseln soll. Kurz und gut, jedem das seine. Und wenn ihr unbedingt von Qualität schreiben oder reden wollt dann haltet doch einfach einen Moment inne und erwähnt dass es sich dabei um eure subjektive Sicht handelt.

Nachtrag… Und klar kann man Powertrails übel finden, geht mir ja auch so. Und dann kann man auch dies und das daran kritisieren, auch kein Problem. Unschön wird es halt wenn dümmliche Argumente kommen denen man deutlich anmerkt dass es dem Verfasser einfach nur zu peinlich ist: „ich finde die halt doof“ zu sagen und er daher versucht absurde Argumente gegen irgendwelche Caches ins Feld zu führen.

Geocaching und Coins, gehört das noch zusammen?

Wir sind gerade dabei letzte Vorbereitungen für den Ausflug zum Geocoin-Event in Melsungen zu treffen. Da kamen mir ein paar Gedanken zum Thema Coins in den Sinn.

Als ich 2004 mit Geocaching begann waren bei Trackables die TBs in meinen Augen recht dominierend. Und ich mochte die sehr, ein bunter Strauss extrem individueller Ideen, von der Festplatte über ein Stück Bahnschiene bis zum unbeweglichen Findling war alles dabei und wurde mit viel Freude bewegt. Auch damals schon nicht immer in die richtige Richtung aber auch damit wurde wesentlich gelassener umgegangen als heute. Irgendwann kam mir die erste Coin unter und die wurden schnell mehr. Ähnlich individuell, wirklich schöne Exemplare dabei wurde ihre Quote an den Trackables immer höher. Klar, die waren wesentlich besser zu Handhaben und passten in viel mehr Caches. Ich habe die ebenfalls mit Begeisterung transportiert und jede vor dem Ablegen auch der unsichtbaren Heike gezeigt die ebenfalls gern einen Blick darauf warf. Damals ging das noch, Verluste gab es kaum und das unselige grabben 10 Sekunden nach Ablage gab es auch nicht, herrliche Zeiten.

Wie so oft kam es unverhofft. Die Sammler kamen hinzu, es kam zu ersten Auswüchsen. Da konnten die Sammler per se nichts dafür aber wie in jeder größeren Gruppe gab und gibt es auch dort einen Anteil an Spinnern. So kamen die ersten Caches in denen immer eine Coin liegen bleiben sollte. Es gab Owner von Caches die Coins aus ihren Caches nahmen und die für längere Zeit irgendwo zur Ansicht ausstellten. Und es kam wie es kommen musste, es verschwanden immer mehr Coins, schlicht durch Diebstahl auch weil sie durch das neue Hobby, das Sammeln, im Wert stiegen.

Und wieder kam es wie es kommen musste. Die Leute wollten sich schützen, so wurden plötzlich nur noch Kopien aus Papier oder ähnliche Absonderlichkeiten auf die Reise geschickt. Für mich waren die Dinger Tabu, keine Lust so einen, aus meiner Sicht Müll, zu transportieren.

Heute nun finde ich eigentlich nur noch selten Coins in freier Wildbahn. Die vorhandenen sind oft Sammlerstücke die zu zum Teil absurden Preisen verkauft werden. Da gibt es Leute die sind nur damit beschäftigt die Teile groß zu reden um sie dann teuer zu verkaufen, Geldgier gibt es halt überall. 

Und daher frage ich mich manchmal ob Coins überhaupt noch zum Geocaching gehören oder nicht schon lange ein eigenes Hobby geworden sind!? Das ist gar nicht wertend gemeint sondern eine ernsthafte Frage. Würden Coins mittlerweile nicht auch ohne GC Nummer funktionieren bei ihren Fans? Würde sogar etwas Geld sparen.

Auch TBs sind gar nicht mehr so arg häufig unterwegs, aus meiner Sicht haben eher Token und Wood-Coins übernommen und selbst davon sehe ich nicht mehr so richtig viele. Gefühlt ist der ganze Bereich Trackable zurück gegangen. Ich selber habe keine eigenen Trackables im Umlauf, mich nervte einfach das ewige discovern dessen Sinn sich mir nie erschlossen hat. Einzig eine Coin der schweigenden Mehrheit ist noch auf Achse, aber die hängt irgendwo seit 7 Monaten fest.

Versammlung der Geocaching-Vereine – Nachtrag/Ergebnis

Das 2. Bundestreffen der deutschen Geocaching-Vereine hatte ich ja vor kurzem hier kurz angerissen. Und nun hat GCHN auch einen kurzen Nachbericht dazu auf ihrer Seite veröffenlicht. Auch ein weiterer Verein, Geocaching-Rheinland e.V., hat hierzu eine Kurzmitteilung verfasst.

Nun ja, so wirklich viel „Butter bei de Fische“ sehe ich da nicht, aber vielleicht war es tatsächlich inhaltlich nicht so sehr für Geocacher interessant sondern halt für ein Vereinsleben an sich. Von daher alles gut, mir ist einfach wichtig das niemand anfängt für mich sprechen zu wollen 😉 Und solange sie das nicht tun wünsche ich ihnen alles erdenklich Gute auf ihrem Weg.

Biltema oder auch Teufelszeug?

Endlich mal wieder ein Cache in der Nähe zu dem ich kein Fahrzeug benötige, das freut mich eigentlich immer.

Der geht gut ohne jedes Fahrzeug!

Aber, oh Schreck, ein Biltema. Also einer dieser Caches durch die das Geocaching mal wieder am Sterben ist wenn man den Klängen in den üblichen Kanälen glauben mag 😎 Aber da er nun mal dicht dran liegt habe ich mich auf den Weg gemacht und auf so einem Weg kann man immer schön die Gedanken schweifen lassen und so kam mir der Gedanke mal was zu dieser Cache-Art zu schreiben.

Eines vorweg, ich mag Biltemas nicht besonders und würde mich eher freuen als weinen wenn sie einfach verschwinden würden. Bisher sieht es ja eher nicht so aus, aber bei Lockpicking hat das ja auch ganz gut funktioniert, also abwarten. Warum ich die Dinger nicht mag ist einfach. Es bringt einen nur wenig zum Wandern, dazu muss man die nervige Teleskop-Angel mit sich rumschleppen und wie bei jeder speziellen Cache-Variante beginnen auch hier die Schwanzvergleiche in Form von höher und höher. Allerdings empfinde ich sie wiederum auch nicht als Tod des Hobbies. Und sie haben sogar den Vorteil dass man sie auch bei Schnee machen kann wenn es bei anderen Cache-Arten schwierig wird.

etwas Eigenbau 😎
zur Not wird halt etwas verlängert

Warum teils ein regelrechter Hass auf Biltemas besteht erschließt sich mir nicht. Keine Frage, ich finde die Dinger eher langweilig und eben durch die unhandliche Rute etwas nervig aber so what?! So lasse ich Biltemas meist liegen, es sei denn wetter technisch, also eben bei Schnee geht gerade nichts anderes oder sie liegen direkt vor meiner Haustür. Der Rest gammelt halt in GSAK vor sich hin oder bleibt eben liegen bis es irgendwann mal wieder passt. So richtige Argumente gegen die Variante gibt es doch eigentlich gar nicht, außer dass man sich keine Teleskop-Angel kaufen möchte aber damit kann man ja auch irgendwie nicht argumentieren. Daher kommen meist auch nur sehr diffuse, um nicht zu sagen armselige, Argumente oder direkt Pöbeleien.

Kurz und gut, warum keine Biltemas? Sie werden nicht selten gemacht, erfreuen sich also offensichtlich einer gewissen Beliebtheit und wem sie nicht gefallen der kann sie auslassen. Und der Umweltschutz wird hier wohl auch nicht als taugliches Argument dagegen sprechen.

Und so wie heute hat sich die Angel sogar auf dem Rückweg noch mal extra bewährt. Hing doch da ein einsamer schlapper Ballon im Baum.

Ballon

Und Angel sei Dank konnte ich ihn mir schnappen und die wichtige Botschaft lesen!

Botschaft

Ansonsten hätte ich mich immer gefragt was wohl auf dem Zettel steht 😉

Und jetzt, raus cachen!

Eine Lanze für Groundspeak

Mancher wird sich die Augen wischen, aber heute möchte ich mal eine Lanze für Groundspeak brechen! Ich bin jetzt seit 2004 Cacher auf der Plattform und eigentlich im Großen und Ganzen zufrieden. Natürlich gibt es immer was zu kritisieren, keine Frage und da bin ich auch gerne ganz vorne mit dabei. Die momentane Hexenjagd empfinde ich aber derart merkwürdig dass ich auch mal was Positives schreiben möchte. Bei der Hexenjagd meine ich das Geschreibe um die Tatsache das jr849 Locked member wurde, darüber berichtet ja nicht nur jr849 selber sondern auch andere Blogs.

Um die locked member Geschichte mal gleich abzufrühstücken hier mal die Kurzform. Über einen Powertrail gibt es verschiedene Ansichten, Groundspeak prüft vor sich hin und wieder mal fühlen sich die üblichen Verdächtigen dazu berufen aus einem Cache-Log-Bereich ein Forum zu machen. D.h. sie müllen die Logs mit irgendwelchen Write Notes voll um zu zeigen wie schrecklich empört, oder eben auch nicht, sie sind. Groundspeak löscht den Quark weil sie seit Anbeginn immer klar formuliert haben dass Cache-Logs kein Forum sind und daher dort Diskussionen fehl am Platz sind. Dies formulieren sie auch hier mal wieder klar und deutlich. Direkt danach die nächste Write Note durch jr849. Und auch wenn es eine Anregung gewesen ist, klarer kann man ein locked Member überhaupt nicht mehr provozieren!

Das hat nichts mit Meinung verbieten, Kritik nicht haben wollen oder sonstigem Firlefanz zu tun, Groundspeak will einfach keine Diskussionen in den Logs und gut ist. Wenn man das nicht verstehen WILL, tja, Pech gehabt. Groundspeak das jetzt ankreiden zu wollen ist entweder peinlich oder Clickbaiting oder eine momentane Verblendung, anders kann ich mir das nicht mehr erklären. Man merkt dass auch schon daran dass erstaunlich viele Kommentare fast schon pro Groundspeak sind. Ansonsten bin ich ja auch eher jr-Fan, aber hier schüttel ich wirklich mit dem Kopf.

Ich bin jetzt seit 2004 dabei und habe mich auch immer wieder mal über Groundspeak geärgert, keine Frage. Aber insgesamt betreiben die eine insgesamt gut funktionierende Plattform und das über eine mittlerweile erstaunlich lange Zeit in der viele andere Geo-Spiele-Plattformen gekommen und gegangen sind. Natürlich gab es auch mal Zeiten mit Server-Problemen und Ausfällen die aber eigentlich immer recht kurz waren. Aber ich fand es immer eine leichte Entwicklung zum Positiven, d.h. sie haben die Technik immer weiter verbessert, die Regeln immer weiter angepasst und verfeinert und durchaus das eine oder andere auch erweitert. Stichworte wären da eine wirklich tolle API und Dinge wie Souvenirs und Challanges. Ok, ich halte nix von Souvenirs und Challanges aber sie entwickeln natürlich im Schwerpunkt für den heimischen Markt und das ist nun mal Amerika.

Und wer Amerikaner kennt und mal länger mit ihnen zu tun hat dem wird auch die überdreht fröhliche und schön färbende Art von Groundspeak nicht so sehr verwundern, so sind die Amis halt zu einem nicht kleinen Teil. Und diese Art trifft und auf die deutsche Sauertöpferei und da können Reibereien kaum ausbleiben. Natürlich wirkt es seltsam wenn erst eine Plattform für Verbesserungsvorschläge aufgemacht und dann wieder geschlossen wird. Aber ist das wirklich nur die Schuld von Groundspeak? Die wurden überflutet mit Vorschlägen und ich bin mir nicht sicher ob die Umsetzung dieser ganzen Vorschläge das Hobby wirklich voran gebracht hätte oder ob es nicht eher ein Todesurteil gewesen wäre.

Aus meiner Sicht lebt das Hobby von seiner Einfachheit und dem möglichst kleinen aber klaren Regelwerk. Beides bedient Groundspeak in meinen Augen und mich beschleicht immer das Gefühl nur die deutschen Cacher setzen sich in einen dunklen Keller um irgendwelche Wege zu finden diese Regeln zu umgehen und das dann auch noch mit saudummen Begründungen rechtfertigen zu wollen. Und ich finde selbst damit geht Groundspeak gut um, sie schauen sich gemeldete Fälle an und treffen dann eine Entscheidung. Manchmal gefällt die Entscheidung einem halt und manchmal nicht. Warum nur ist der Cacher nicht auch mal in der Lage eine Entscheidung einfach hin zu nehmen?

Natürlich ist es etwas unglücklich dass es halt keine wirklich Ausweichmöglichkeiten gibt. In der Beziehung hat Groundspeak schon was von Facebook. Und hört mir mit Opencaching auf, die waren für mich immer ein wirklich schöner Versuch der nie funktioniert hat, zumindest nicht für mich.

Ich finde das Groundspeak es eigentlich sehr gut macht! Sicher bin ich nicht immer ihrer Meinung aber das ist doch normal. Insgesamt empfinde ich es schon so dass sie ihre Plattform einer eher langsamen aber stetigen Evolution unterzogen haben und dass das gut funktioniert hat. Letztlich ist es ein Unternehmen in privater Hand und damit haben sie halt die Entscheidungshoheit und mit der gehen sie meiner Meinung nach gar nicht schlecht um. Meine Hoffnung ist dass es die Plattform noch lange in dieser Form gibt und sich gar nicht so viel tun sollte, ich mag das Hobby wie es ist. Und die Neuerungen wie Challanges und Lab-Caches sind nun auch nichts was scheinbar alle vom Hocker gerissen hat, aber eben denen Möglichkeiten gegeben hat denen der Kern des Hobbies nicht mehr gereicht hat.

Und da ich das Hobby eben gerade so mag wie es ist kann ich von hier aus nur ein „Weiter so Groundspeak“ vermelden.