Lowa Renegade GTX – Trekkingstiefel

Seit vielen Jahren trage ich zum Wandern gerne Lowa Renegade GTX Stiefel und war eigentlich immer sehr zufrieden. Allerdings wurden die bei Sport Karstadt eher als Wanderstiefel und nicht als Trekking-Stiefel beworben und das würde ich genauso sehen. Scheint im Moment in Mode zu sein alle Wander-Stiefel als Trekking zu benennen, verkauft sich vermutlich besser?!

Zum Wandern sehr gut, als Trekking-Stiefel für meinen Geschmack gnadenlos überfordert. Unsere Kinnarodden / nothing but stones Wanderung führte bei mir zu zwei gebrochenen Sohlen. Klar, knapp 50 km über Steine ist hart für jeden Stiefel, aber die Meindl der unsichtbaren Heike haben das klaglos hingenommen. Von daher würde ich mit den Lowas immer Wandern aber nicht in wirklich derbes Gelände ziehen, da haben sie mir bewiesen dass sie dort ungeeignet sind.

Das Haupt-Kritikpunkt für mich ist bei Lowa die Haltbarkeit. So halten die Stiefel bei mir meist 2-3 Jahre und dann lösen sie sich in Gesamtheit auf. D.h. sie bekommen erste tiefere Risse, schmalere Stege reißen und das Obermaterial löst sich förmlich auf. Für Stiefel der Preisklasse ist das für mich etwas früh. Klar, mit Pflege habe ich es nicht so und so wirklich schonend kommen sie bei mir auch nicht zum Einsatz. Aber die Schäden sind meist eindeutig nicht durch den Einsatz bedingt sondern sehen eher nach Verschleiß aus und das ist nach so überschaubarer Zeit definitiv zu früh.

Zweiter (leichter) Kritikpunkt ist das Gewicht, für einen Wanderschuh empfinde ich sie immer als etwas schwer. Hier stehen bewusst keine Gewichtsangaben da ich das gefühlte Gewicht viel wichtiger finde und das ist recht hoch. Nicht falsch verstehen, man hat da keine dicken Kilo-Gewichte an den Füßen aber man merkt sie halt durchaus und das ermüdet den Fuß natürlich schon etwas früher.

Letzter Kritikpunkt ist die Wasserdichtigkeit, der Kritikpunkt hat sich bei mir erst bei dem letzten Paar ergeben. Im Prinzip sind die Stiefel auch für Regen geeignet, aber bei längerer Zeit in heftigem Regen, Match und ähnlichem Unbill bekomme ich zumindest mehr als feuchte Füße. Dauert zwar eine Weile, passiert dann aber halt doch. Mag natürlich ein Ausreißer bei diesem Paar sein, da bin ich mir selbst nicht ganz sicher.

Es gibt natürlich auch positive Seiten, sonst hätte ich mir ja über Jahre nicht immer wieder neue Paare gekauft. Da ist der Tragekomfort, für meinen Geschmack liegen die optimal am Fuß und stützen die Gelenke sehr gut. Durch einen Bänderriss vor vielen Jahren ist das bei mir ein sehr wichtiger Punkt. Dazu kommt es bei den Stiefeln nicht so schnell zu Schweißgeruch, ein Punkt den ich ebenfalls nicht ganz unwichtig finde.

Bisher hatte ich nichts besseres gefunden, aber seitdem ich jetzt auf die Salomon gestoßen bin wird dies wohl mein vorerst letztes Paar von Lowa gewesen sein, die Salomon machen eine besseren Eindruck, sowohl vom Einsatz her als auch von der Qualitäts-Anmutung. Schade eigentlich, wenn die etwas länger halten würden wären sie bei mir immer noch weit vorne, so aber wird es wohl mein letztes Paar sein.

2 Gedanken zu „Lowa Renegade GTX – Trekkingstiefel

  1. Ich „schwöre“ auf meine Lowa Sorrento GTX® MID. Ich habe sie im Garten an, auf Geocaching-Touren, Spaziergängen und Wanderungen; im Winter wie im Sommer. Natürlich hat das Profil ordentlich gelitten und ich habe für den Sommer „5-Fingers“ angeschafft.
    https://stra.to/ap/1cNyncbi/s/446bdc9cdfa457ca3b424fe73c64d7e1/Ausruestung_Schuhe.JPG?id=117540962

    Aber meine Lowas sind absolut dicht. Da kann ich durch Matsch, Schlamm, Schnee und kleine Bächlein; auch nach 6 Jahren und etwa 1500-1800km gibt es keinerlei Schäden; OK neue Schnürsenkel habe ich schon benötigt und neue Einlegesohlen. Einziges Manko: Wie beim Renegade können sie nicht neu besohlt werden.

    Reinigung? Pflege? Lowas sind Arbeitsgegenstände bei denen sich das überhaupt nicht lohnt – ich reinige doch auch keinen Schubkarren 😉 Spass beiseite – meine Lowas bekommen 1x pro Jahr – wenn es gut läuft ein zweites mal – eine Schmierseifen-Reinigung, Fettung und Impregnierung – die „Patina“ macht den Rest.

    Allerdings habe ich mit Absicht nicht die Renegades mit Leder gewählt, sondern die Sorrento mit Stoff, da sie etwas beweglicher erscheinen. Aber es stimmt, die Schuhe sind schwer und klobig und fühlen sich durch die harte Sohle am Berg und im Klettersteig noch schwerer an. Hier wünschte ich mir ab und zu andere Schuhe. Zum T5en ist die harte Sohle wiederum super.

    Lass uns deine Erfahrung mit den Salomon wissen 😉

    Grüsse aus dem Wilden Süden
    Alexander

  2. Bei mir sind seit Jahren Lowa Renegade GTX mid am Start.
    Erst werden sie als Wanderschuh für Hunde- und Cachingrunden eingesetzt, dann als Arbeitsschuhe. Wenn also mein Paar Arbeitsschuhe durch ist, kauf ich ein neues Paar Lowas. Man kann also sagen, ich trag sie (außer im Hochsommer) täglich.
    Ich hatte früher Meindl, aber da ließ die Qualität dann schlagartig nach und ich konnte sie jeweils nur noch ein Jahr als Wander- und ein Jahr als Arbeitsschuh einsetzen.Bei den Lowas bekomme ich bei guter Pflege immerhin drei bis vier Jahre raus.
    Regelmäßiges Fetten und gelegentliches Einsprühen hilft gegen Wasser gut, bisher hatte ich da seltener Probleme. Eher schon, daß die Nähte im Knick aufgehen, weil ich als Gärtner natürlich auch viel in der Hocke arbeite, wo die Schuhe dann übermäßig abgeknickt sind.

    Zu schwer waren sie mir auch noch nie, und ich mag auch, daß man sehr bequem darin steht mit optimalem Knöchelschutz.
    Wenn ich andere Schuhe längere Zeit trage, bekomm ich oft Rückenschmerzen, da ich viel stehend und laufend arbeite und selten sitzende Tätigkeiten habe. Mit meinen Lowas hab ich da weniger Probleme.

    Ich bin gespannt, wie zufrieden Du mit den Salomon sein wirst, ich hatte mal ein Halbschuhpaar, die machten auf mich einen eher schlechten Eindruck.

    Gruß aus Kassel, Elli

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