Was ist eigentlich “Wandern”?

Der Gedanke kam mir als ich über die Entfernungen die man zurücklegt sinnierte. So bevorzuge ich eigentlich Strecken zwischen 10-20 Kilometern, auch abhängig von der Jahreszeit (Temperatur). 10 Kilometer ist für mich so das Minimum, -15 Kilometer recht optimal und -20 Kilometer noch im Rahmen. Wir sind auch schon länger gelaufen, aber ab 20 Kilometer finde ich es langsam etwas mühsam, ab 25 Kilometer schon anstrengend und ab 30 Kilometer macht es mir nicht mehr so richtig Vergnügen. Über 35 Kilometer ist dann auch mein Limit langsam erreicht, d.h. dann tut so langsam alles weh und ich schaue mich ernsthaft nach einer Transportmöglichkeit um. Aber ab wann ist es nun Wandern? Bis wann ist es ein Spaziergang? Und ab wann ist es kein Wandern mehr?

Meine Idee war das mal nachzulesen und dann hier kurz aufzubereiten. Die Nachforschungen gestalteten sich dann aber extrem anders als erwartet. Das allwissende Internet zeigte plötzlich erstaunlich unerwartete Schwächen 😎

Umfangreich erläutert “Wandern” in der Wikipedia. Aber selbst dort ist keine so wirklich fundierte Definition zu finden, Wandern ist also irgendwie nahezu alles?! Die Eingrenzung durch den deutschen Wanderverband finde ich dabei nicht so gut:

  • mehr als eine Stunde
  • eine entsprechende Planung
  • Nutzung spezifischer Infrastruktur
  • eine angepasste Ausrüstung

Mehr als eine Stunde ist sicher schon mal ein guter Ansatz, sind bei normaler Wander-Geschwindigkeit wohl so 4-5 Kilometer. Wobei das für mich tatsächlich eher noch unter Spazieren gehen laufen würde.

Eine entsprechende Planung halte ich für unnötig, ich werfe mir an freien Tagen durchaus mal den Rucksack über und laufe einfach los und sehe wohin mich der Weg so führt, das wäre dann kein Wandern?

Spezifische Infrastruktur halte ich für noch mal wesentlich belangloser denn die benötige ich so gar nicht.

Angepasste Ausrüstung ist natürlich sehr unspezifisch. Zähle ich wohlwollend vernünftiges Schuhwerk dazu passt es aber schon.

Also insgesamt für mich keine wirklich vernünftige Definition. Wenn man dann so durch das große Internet surft wo es doch so alles und jedes gibt stellt man dann langsam immer und immer mehr fest dass es wirklich keine wirklich fassbare Definition von “Wandern” gibt, im Gegenteil, jede Quelle deutet den Begriff anders.

Und die Unterschiede sind wirklich krass, von alles über x km durch die Natur bis zu ausgerüstet mit allem was gut und teuer ist findet man Erklärungen ohne Ende. Es scheint tatsächlich dass der Begriff in keinster Weise irgendwo so richtig definiert ist. Das einzige worüber sich viele Quellen einig sind, es muss durch die Natur führen. Warum dem so ist steht leider nirgends und erschließt sich mir auch nicht, warum sollten 10 Kilometer durch die Stadt keine Wanderung sein können?

Also schließe ich mich mal den ganzen Quellen an und erfinde meine eigene Definition, was andere können kann ich doch auch 😎 Für mich ist Wandern:

  • 10 Kilometer und mehr, darunter ist es für mich Spazieren
  • Meist durch die Natur, aber auch durch urbane Gegend kann durchaus Wandern sein

Der Rest ergibt sich doch eigentlich von allein? Wenn ich obiges voraus setze ergibt sich ein Rucksack doch wohl für die meisten Menschen von allein da man ja zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit etwas zu trinken dabei haben möchte. Ebenfalls vernünftiges Schuhzeug damit die Füße weder weh tun noch sich Blasen bilden. Natürlich kann man alles auch ohne Rucksack und gute Schuhe machen, man kann sicher auch nackig durch die Stadt laufen, ob das dann aber der “normale” Fall ist sei mal dahin gestellt 😉

Also muss ich hier jetzt mit dieser, meiner eigenen, Definition leben denn im allwissenden Netz habe ich nichts gefunden.

2 Gedanken zu „Was ist eigentlich “Wandern”?

  1. Ist doch eigentlich ganz einfach: Wandern ist das, was für einen selbst Wandern ist…

    Meine Frau und ich sagen eigentlich, dass wir gerne Wandercaches machen.

    Allerdings, mein Limit liegt bei ca. 20 km und das auch nur, wenn ich „in Form“ bin, also mich regelmäßig viel (!) bewege, was im Winter eigentlich nicht der Fall ist. Das Limit meiner Frau liegt deutlich darunter und nur knapp über 10 km. Aber bei manchen Wandercaches kann sie abkürzen, ich laufe alle Stationen ab und sie nimmt eine Querverbindung und wartet dann auf mich (was auch nur im Warmen Spaß macht…).

    Wenn man einen Wander-Multi macht und der viele und/oder aufwändigere Stationen hat, können 10 km auch schon ganz schön lange sein. Man kommt aus dem Rhythmus und die Sache zieht sich entsprechend.

    Im Vordergrund steht für uns übrigens auch sehr das Natur-Erlebnis!

    „Richtige Wanderer“ lachen wahrscheinlich über uns. Erst neulich hat mir ein Nachbar (über 80!) erzählt, dass er am liebsten 30 km mag… Ist mir aber egal, denn wie gesagt, Wandern ist das, was für einen selbst Wandern ist.

    • Ich glaube “richtige” Wanderer lachen nicht sondern akzeptieren dass jeder sein eigenes Limit hat. Ich kenne selber einen der 20 km eher zum Aufwärmen läuft, nicht wahr lieber Lutz 😎 Hab von ihm aber nie etwas abwertendes über weniger Strecke gehörr oder gelesen. Im Gegenteil, eher noch motivierende Worte. Ergo, ihr macht es genau richtig!

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