Powertrail oder Fail?

Powertrails waren und sind wohl immer noch die mit am meisten diskutierten Dinge beim Geocachen. Schaut man sich in den üblichen Geocacher-Medien um dann sind sie eher verrufen und bis auf einen sehr kleinen tapferen Teil der Cacher lässt kaum jemand ein gutes Haar an Ihnen. Läuft man dann mal einen ab stellt sich das oft genug ganz anders dar. D.h. es ist immer wieder erstaunlich wie viele Powertrail-Gegner da in den Logbüchern zu finden sind 😎 Wobei das auf Nachfrage natürlich immer begründete Ausnahmen sind:

  • Ich kam da zufällig vorbei und wo ich schon da war…
  • Ich wollte mir nur ein Bild machen…
  • Ich bin nur mit gelaufen…
  • Ich war jung und brauchte die Punkte…

Es ist immer ein wenig eine Abstimmung mit den Füßen und wer sich die Log-Zahlen von Powertrails anschaut wir kaum ernsthaft behaupten können sie seien nicht beliebt. Ist das nun gut oder schlecht?

Mir ist es eigentlich egal, ich mag sie in ihrer eigentlichen Intention, dem sinnlosen Sammeln extrem vieler Punkte auf wenig Platz, nicht sonderlich! Aber letztlich tun sie mir auch nicht weh. Die meisten Argumente sind oft genug eh eher konstruiert. Meist gibt es einige wenige Punkte die wirklich dagegen sprechen könnten wie z.B. ein oft genug bescheidener Pflegezustand der auf Grund der Masse fast unumgänglich ist. Platzverbrauch, Probleme durch hohen Zulauf und haste nicht gesehen, die gelten auch für andere Caches. Letztlich ist es wie immer, Übertreibung führt meist zu nichts Gutem. Aber dennoch werden sich immer wieder Menschen finden die genau das unbedingt tun müssen.

Eigentlich doch ganz einfach, wer sie nicht mag macht sie nicht und fertig ist die Laube, oder…

Und nu?

Nu kommt das was ich in diesem Blog machen möchte, ich zeige mal auf wie man auch als Nicht-Befürworter mit so einem Powertrail was Schönes machen kann 😎 Man baut ihn sich einfach um. Wie man das macht? Dafür hier ein Beispiel wie wir das z.B. tun. Den Powertrail dazu fand ich derart gelungen dass ich ihn hier auch kurz vorstellen will.

Wir hatten mal wieder unseren Skandinavien-Vorbereitung-Training-Wandertag. Geplant war eigentlich ein Wander-Multi in Krautsand, die Krautsand-Runde. -5° Celsius sprachen allerdings dagegen, bei solchen Temperaturen kann es an der Elbe schnell mal richtig unangenehm werden. Wenn da dann der Wind durch pfeift ist das schon eine ganz eigene Nummer. Also musste Ersatz her, nur Wander-Multis sind nun auch nicht so üppig gestreut und wir haben auch schon viele gemacht. Was bleibt also? Genau, selber eine Runde basteln.

Ich hatte am Tag zuvor schon nach einer zu bastelnden Runde geschaut und kam dabei auf Elsdorf, dort liegt der “Elsdorfer Power-Trail”. Der Powertrail hat viele Kurven und Bögen und bietet sich damit förmlich an um kleinere Runde daraus zu basteln. Natürlich hat dieses Umbauen den Nachteil dass immer mal größere Strecken ohne Cache dabei sind aber gerade auf einem Power-Trail finde ich das eigentlich sehr gut denn dadurch wird es nicht so langweilig. D.h. man kommt auch mal ins Laufen und ist nicht ununterbrochen dabei sich zu bücken. Wir bauen uns dabei meist Runden von 10-15 Kilometern Länge und max. 20-25 Caches. Diesen speziellen Trail haben wir uns z.B. bisher zweimal umgebaut, hier mal die Reihenfolgen

  • 111,110,…,092
  • 041,040,…,020,013,011

Und dadurch ergaben sich zwei schöne Runden mit vielen Caches aber auch durchaus schönen Wanderstücken auf den 1-2 Kilometer lang mal kein Cache war und man ins Wandern kam.

Warum gerade dieser Trail?

Weil er für mich ein Trail ist der beweist dass sich Trail-Owner teils wirklich Arbeit machen. Hier sind z.B. alle Petlinge an Eisenstäben befestigt. D.h. der Owner hat sich die Arbeit gemacht kurze Eisenstangen in den Boden zu rammen und hier dran die Petlinge zu befestigen. Dadurch wird nicht ein Baum oder Busch in Mitleidenschaft gezogen, die Petlinge verschwinden eher selten und sind alle gut findbar. Eigentlich eine wirklich gute Idee. Dazu gibt es oft den gleichen Hint, aber da wo es etwas schwieriger ist hat der Owner sich die Mühe gemacht den Hint zu erweitern. Bei über 100 Dosen keine Selbstverständlichkeit! Wenn Logbücher feucht sind werden die sehr zeitnah gewechselt, kurz, der Pflegezustand ist ebenfalls überdurchschnittlich gut. Kurz und gut, wenn schon ein Powertrail dann so einer wie dieser!

Fazit

Ja, ich finde Powertrails eigentlich auch eher doof. Aber nun hat man ja zwei Möglichkeiten, man badet sich in Selbstmitleid und Ärger oder man macht was draus was einem dennoch Freude macht. Also hört lieber auf euch selber zu ärgern und baut euch die einfach in Multis mit Ablauf-Stationen um, fertig ist die Laube. Bewegung kommt dann dennoch zusammen 😎

4 Gedanken zu „Powertrail oder Fail?

  1. Bekanntermaßen bin ich eher ein Powertrail-Hasser. Nicht umsonst habe ich in meiner Cacherhochphase ein T-Shirt mit dem Aufdruck “Powertrails? – Nein Danke!” getragen. Ich kann den Strecken mit Caches alle ca. 200 m einfach nichts abgewinnen. Dienen diese doch, so meine Meinung, einzig und allein dem Punktesammeln. Und die Punkte, und auch da kann ich nur für mich sprechen, sind das unwichtigste überhaupt beim Cachen. Für mich ist ein Cache dann gut, wenn er mich z.B. entlang einer schönen Strecke führt oder mich zu einer schönen Stelle oder Aussicht bringt. Der Weg ist das Ziel. (5 EUR in das Phrasenschwein!) Aber letztendlich entscheidet jeder für sich, wie er das Hobby ausführen will. Da ist Deine Vorgehensweise ein gangbarer Weg. Verfahre ich ähnlich bei meinen Vorbereitungswanderungen. Dosen, die an eher unspannenden Stellen am wegesrand liegen, lasse ich einfach aus.

    Eine Lanze für einen guten Trail in meiner Region “Flensburg” muß ich an dieser Stelle aber mal brechen. (Nein, die ZdM-Serie ist es nicht, die habe ich bisher gut ignorieren können…). Es gibt entlang der Flensburger Förde eine Wanderstrecke mit dem Namen “Fördesteig”. Entlang dieser Route haben einige Cacher auch Dosen platziert. Hier reiht sich aber nicht Powertraul-üblich ein Tradi an den anderen. Zwischendurch sind auch mal Multis oder eine Letterbox eingestreut. Dadurch ergibt sich eine gewisse Spannung beim Laufen und verkommt nicht zu einer reinen Bücktour.

    Grüße aus Flensburg! – Blinker1980

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