Wandern im Winter

Passend zu den aktuellen Temperaturen, bei uns waren gestern morgen -8°, mal ein paar Gedanken zum Wandern im Winter.

Ist das so viel anders?

Aus meiner Sicht ein deutliches Ja. So merke ich bei Winter-Wanderungen wesentlich eher Müdigkeit in den Beinen und auch eher mal ein ziehen in Bein-Muskulatur und in den Hüften. Dazu bin ich nach der Wanderung meist wesentlich müder und schlafe danach wesentlich tiefer. Die Kälte beansprucht den Körper doch um so einiges mehr. Ok, vielleicht liegt es auch am Alter von mittlerweile Ü50.

Was tun?

Ich bin sicher weit weg vom Outdoor-Profi, Gesundheitsberater o.ä., das bitte ich zu beachten. Ich kann da also nur meine eigenen Gedanken beitragen ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder ultimativen Ratgeber.

Fangen wir also an. Zuerst mal bevorzuge ich bei Minus-Temperaturen lange Unterhosen. Klingt vielleicht Spießig, aber lieber Spießig als verfrorenen Hintern 😉 Ich nutze da meine mittlerweile über 20 Jahre alten Bundeswehr-Unterhosen. Die Dinger halten einfach erstaunlich warm. Leider verlieren die schon nach kurzer Zeit immer ihre Passform und dehnen sich aus. Dadurch reichen die irgendwann fast bis unter die Achseln. Sieht zwar merkwürdig aus, sieht ja aber keiner und hat den Vorteil das Nieren und Rücken gleich noch mit geschützt werden 😎 Die hat natürlich nicht jeder im Schrank und auch mein Bestand tendiert durch Verschleiß langsam Richtung 0. Irgendwann hatte ich mal zum Testen eine neuere Unterbüx aus Merino-Schafswolle gekauft, die ist wirklich top. Das “Zeug” würde ich sofort weiter empfehlen, der Stoff ist sehr leicht, sehr angenehm auf der Haut und hält dazu noch richtig warm!

Folgen die Socken, hier reichen mir meist ganz normale Socken, erst bei richtig heftiger Kälte kommen dicke Winter-Socken zum Einsatz, in diesem Fall wieder Modell Bundeswehr, die halten wirklich ewig und warm.

T-Shirt nehme ich gern irgendwas das mit Schweiß umgehen kann. Klar, hier gibt es diverse Funktionsunterwäsche die auch für eine fußläufige Überquerung des Südpols reichen würde, aber ein gutes T-Shirt aus Baumwolle tut es für erheblich weniger finanziellen Einsatz auch. Darüber trage ich gern ein warmes, dickes Hemd. Hat den Vorteil dass in Kombination mit dem T-Shirt eine angenehme Wärme erzeugt und ggf. den Schweiß mit aufnimmt.

Als Hose kommt dann eine extra angeschaffte Outdoor-Hose zum Einsatz. Da ist es gar nicht so wichtig welche Marke, sondern eher dass sie gut Feuchtigkeit abhält und den Wind nicht durch lässt. Denn wenn es bei reichlich Minus-Graden noch windig wird sollte man nicht unterschätzen wie kalt die Beine werden können und das tut der Muskulatur so gar nicht gut!

Der Pullover ist dann schon fast egal, Hauptsache warm. Zum Schluss die Daunenjacke drüber und los geht es.

Besonderheiten?

Ich habe mir irgendwann spezielle Handschuhe gekauft. Das sind im Prinzip Handschuhe bei denen die Finger-Abdeckungen auf halber Höhe abgeschnitten sind. Dafür sind auf dem Rücken des Handschuhs halbe Fäustlinge befestigt die über die Finger gestülpt werden. Das hat den Nachteil dass sie nicht ganz so warm sind die normale Handschuhe, aber den Vorteil dass man  die Fäustlinge nach hinten klappen kann und z.B. das Handy nutzen kann ohne die Handschuhe komplett auszuziehen. Vergleichbares hier.

Was man sicher nicht benötigt, was aber auch mal sehr angenehm sein kann ist ein Handwärmer. Als es sowas bei Amazon mal im Angebot gab habe ich mir einen gekauft und auf dem Brocken hat er schon mal gut funktioniert.

Wenn man mit dem Auto zum Wandern angereist ist Wechselkleidung nicht schlecht, also zumindest mal T-Shirt und Pullover. Denn nichts ist schlimmer als nach einer anstrengenden Wanderung durchgeschwitzt im Auto zu sitzen!

Ist das alles ausreichend?

Für uns ja. Ich weiß dass der eine oder andere jetzt schon den Aufschrei im Hals hochkommen spürt, aber wir halten nicht viel davon Ausrüstung für tausende von Euro zu kaufen um dann mal eine Winter-Wanderung durch die Lüneburger Heide zu machen. Kann man sicherlich machen, muss man zum Glück aber nicht 😎

Und da hier im Blog nicht belehrt werden soll und kein Anspruch auf Gottes Weisheit erhoben wird ist es wie immer nur mal ein exemplarischer Vorschlag wie man es machen und auf was man achten könnte.

Ein Gedanke zu „Wandern im Winter

  1. Für Wanderungen in unseren Breiten reicht mir Baumwolle regelmäßig auch, zumal man am Ende ja immer wieder nach Hause oder ins Hotel kommt und sich trocken legen und wärmen kann. Am Nordkyn habe ich gelernt, dass Baumwolle unter den klimatischen Bedingungen dort nie wieder trocknet. Einmal eingeschweißt, kannst Du sie wegwerfen. Seitdem habe ich eine kleine Kollektion an Merino-Unterwäsche und Synthetikhemden – die stinken zwar nach kurzer Zeit, trocknen aber auch noch, wenn es regnet. Erstunken ist noch keiner, an Unterkühlung kann man eingehen. Da ich auch hier gerne mal über eine Nacht draußen wegbleibe, ist das dann meine bevorzugte Bekleidung.

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