Was bringen Geocache-Auszeichnungen?

Hier ist gerade wieder das Finale des HHCDJ, das brachte mich dazu mal darüber nachzudenken wie erfolgreich solche Veranstaltungen, oder eher Wettbewerbe, wohl sind. Um genau zu sein, wie erfolgreich der Versuch ist die Cache-Qualität zu erhöhen indem man einen Anreiz schafft.

Es gibt natürlich nicht nur die Hamburger Variante. Bereits 2009 habe ich mir das selber in Schwerin auf einem Event angeschaut und dort vorher nahezu alle Teilnehmer-Caches gemacht. Aktuell gibt es so etwas aber auch in Leipzig, im Kreis Borken oder in Mainz (im Rahmen des Stammtisches) und in diversen weiteren Varianten über Deutschland verteilt, wie eine Anfrage über Twitter zeigte. Ich werde hier nicht auf die einzelnen Wettbewerbe eingehen. Sie werden sich zwangsläufig ähneln da sie ja alle ein Ziel haben, die Cache-Qualität erhöhen und überdurchschnittlich gute Owner zu ehren. Böse Zungen würden vielleicht auch von Selbstbeweihräucherung sprechen 😉 Klar möchte man auch mal im Mittelpunkt stehen, aber so einen Wettbewerb nur dafür zu organisieren wäre wohl etwas überzogen. Und letztlich wäre es ja auch nicht tragisch wenn sich dadurch die Cache-Qualität erhöht.

Es dürfte nahezu unmöglich sein wirklich zu belegen ob diese Ideen einen Erfolg haben da man den kaum messen kann. Und selbst wenn irgendetwas gemessen würde, wäre die Korrelation von Cache zu Wettbewerb immer noch eher eine Vermutung als ein Beweis. Grundsätzlich würde ich aber davon ausgehen dass auf jeden Fall eine gewisse Anzahl von Caches tatsächlich durch diese Veranstaltungen entstehen. Natürlich wird niemand gern zugeben dass er einen Cache nur legt um so einen Wettbewerb zu gewinnen, dennoch würde ich darauf wetten dass es nicht ganz so selten genau so ist 😉 Und das ist ja nicht verwerflich.

Ob sich der Aufwand solcher Wettbewerbe aber wirklich lohnt, da bin ich mir tatsächlich nicht so sicher. Mal auf 2009 zurück schauend wurden damals in Schwerin einige Caches eingereicht, ich hatte mir damals die Mühe gemacht diese zu besuchen. Es ging dabei um Traditionals. Die waren tatsächlich etwas liebevoller gemacht als der damalige Wald- und Wiesen-Tradi, keine Frage. Dennoch kann ich nicht behaupten dass ich mit den Caches glücklicher war als mit den Caches die dort vorher bereits lagen. D.h. alle waren ein wenig aufgehübscht und “niedlicher”, wirklich besser fand ich sie aber nur sehr bedingt. Das liegt natürlich auch an den Kriterien die jemand an einen guten Cache anlegt. Bei mir war es damals wie heute der Weg und/oder die Location. Ob da jetzt noch ein Eichhörnchen auf die Dose geklebt war oder nicht… Das Problem von so “niedlich” gemachten Caches war damals wie heute die Empfindlichkeit solcher Kunstwerke. Für mich fällt das immer noch eher unter nette Basteleien als unter Cache. Aber ganz klar, das ist natürlich Geschmacksache.

Und Geschmacksache ist genau so ein Punkt der es aus meiner Sicht extrem schwer macht Caches in einem Wettbewerb zu bewerten. Auch wenn immer anderes erzählt wird sind doch Powertrails offensichtlich sehr beliebt, die Logbücher sind doch nicht umsonst dauernd voll. Dennoch wird kaum jemand das offen zugeben, allein schon um sich leidige Diskussionen zu ersparen. Dennoch habe ich noch keinen Powertrail nominiert oder gar prämiert gesehen. Dafür aber viele Dosen von denen ich dann auf Events oder “im Feld” eher Genöle höre weil viele es dann doch nicht so witzig finden nach 10-20 km Marsch noch Stunden lang an irgendwelchen Boxen rumfummeln zu müssen weil der Owner ein ganz besonders tricky Schloß angebracht hat. Aber auch hier wird kaum einer meckern, auch hier wollen sich viele die Diskussion ersparen. Das soll jetzt auch gar kein Dissen von guten Geocaches werden sondern einfach auch mal aufzeigen dass gerade bei Cachern auch gerne mal anders gehandelt wird als man nach dem Gesagten erwarten dürfte 😎

Zurück zur Prämierung. Ich denke mal diese Wettbewerbe bringen sehr viel, aber nur für einen sehr kleinen Kreis. D.h. wenn man sich Teilnehmer und Besucher anschaut sind das eigentlich im Großen und Ganzen jedes Jahr die selben und der Anzahl nach ein sehr überschaubarer Kreis. Viele Cacher bekommen von den regionalen Wettbewerben gar nichts mit weil sie wenig in den Geocacher-Medien unterwegs sind oder weil es sie schlicht nicht interessiert. Ich glaube da wird immer noch sehr, sehr häufig unterschätzt wie viele Cacher schlicht nur 1-2 mal im Monat Zeit und Lust zum Cachen haben und sich dann einfach irgendwas raus suchen um einen schönen Tag im Grünen zu verbringen. Völlig unberührt von dem üblichen Tamtam der Geocacher-Medien.

Einen Eindruck bekam ich allerdings als ich auf Twitter mal rum fragte wo es noch so etwas gibt. Es scheint mir dass 2011/2012 nicht nur so eine Spitze beim Cachen an sich erreicht wurde, auch die Wettbewerbe scheinen mir seitdem wieder weniger und / oder kleiner zu werden. Also kleiner an Teilnehmern. Das ist aber eher so eine gefühlte Feststellung dich ich nicht mit Zahlen belegen kann.

Fazit!?

Ich denke ja, die Wettbewerbe sind für eine überschaubaren Kreis an Cachern sehr gut und erhöhen in geringem Umfang auch die Qualität der Caches. Wobei Qualität hier ein schwieriger Begriff ist da er ja speziell beim Cachen doch arg subjektiv ist. Aber gerade die Teilnehmer und Fans solcher Wettbewerbe haben meist einen sehr ähnlichen Geschmack so dass es schon passt. Sicher kommen auch ein paar Caches dabei heraus die dann schon etwas “überkandidelt” sind, aber das ist dann auch schon Stöhnen auf hohem Niveau 😎 Kurz und gut, die Wettbewerbe schaden aus meiner Sicht niemandem und helfen zumindest im überschaubaren Rahmen.

Persönliche Sicht

Mir bringen die Wettbewerbe aus Erfahrung tatsächlich gar nichts da ich halt eher auf “der Weg ist das Ziel” und auf Bastelarbeiten nicht so sonderlich stehe, aber stören tun sie mich auch nicht.

4 Gedanken zu „Was bringen Geocache-Auszeichnungen?

  1. Die über dem Bericht stehende Frage ist einfach zu beantworten. Eine Geocache-Auszeichnung bringt erstmal garnichts. Man hat nix davon und kann sich nix kaufen. Punkt.
    Ich kann natürlich nur für unseren HHCDJ „Wettbewerb“ sprechen, obwohl ich auch das Wort Wettbewerb näher erläutern möchte. Natürlich ist es als Wettsteit ausgelegt und natürlich kann, wie überall, nur einer gewinnen. Dennoch ist es kein Wettbewerb im eigentlichen Sinne, denn es gibt keinen schönsten, besten, tollsten oder sonstwas für einen Cache. Das liegt im Auge des Betrachters und da gehen die Meinungen auseinander. Und genau das soll auch so sein. Deswegen kann auch jeder den Cache so bewerten, wie er es empfindet. Der Durchschnittswert ist dann halt eben etwas höher oder eben niedriger als bei der „Konkurrenz“. Gewinner ist man doch schon, wenn man überhaupt für so einen „Wettbewerb“ nominiert wird. Dann fand ihn mindesten ein Cacher nominierenswert. Das ist doch schonmal was…
    Bei uns bekommt jeder Teilnehmer einen Token gesponsort von Mario vom LaserLogoShop. Allein die Nominierung ist doch schon Grund genug, sich als Sieger zu fühlen, wenn man bedenkt, wie viele Caches nicht nominiert werden.
    Deswegen find ich die ganze Diskussion um diesen (und andere) „Wettbewerbe“ nicht diskussionswürdig. Man betrachte es als „Wettbewerb“, wenn man es als „Wettbewerb“ betrachten möchte, für alle anderes ist es entweder eine weitere Seite im endlosen Internet oder eben eine nette Inspiration, wo es am nächsten Wochenende mal hin gehen könnte. Möge es jeder so annehmen wie er es mag…

    • Dem würde ich in Details widersprechen! Natürlich bringt es was und sei es nur Anerkennung und die Spannung ob man gewinnt. So hat der benebelte z.B. schon bestätigt dass er einen Cache nur für den HCDJ gelegt hat, Ziel also erfüllt denn er hatte offensichtlich was davon. Und klassischer kann etwas gar kein Wettbewerb sein als wenn man in Kategorien Sieger sein kann, das ist ja nichts Negatives. Irgendwie habe ich bei dem ganzen Kommentar das Gefühl einer Verteidigungsrede und verstehe nicht warum, der Artikel sagt doch gar nichts wesentlich anderes aus?! Und warum sollte irgendetwas nicht diskussionswürdig sein? Schon dein Kommentar zeigt doch schon dass es zumindest leicht unterschiedliche Sichten gibt und warum sollte man die nicht austauschen? Diskussion bedeutet ja nicht dass die Idee schlecht geredet werden muss!

  2. Wer wirklich ernsthaft bessere Caches finden will, der sollte bei sich selbst anfangen. Hab ich selbst Nanos oder Mikros gelegt? Wenn ja, was hat mich davon abgehalten nicht wenigstens einen Small daraus zu machen? Wenn es wg. der Örtlichkeit nicht geht einen Small daraus zu machen: was ist an der Stelle besonderes, dass ich einen Nano oder Mikro hinterlasse? Nichts? Dann weg damit ins Archiv.

    Natürlich ist eine größere Dose kein Garant für mehr Qualität, aber man bekommt in eine größere Dose immerhin schon mal ein größeres (vielleicht sogar fest gebundenes) Logbuch, man kann TBs hinterlassen und als Owner vielleicht sogar eine Erstausstattung an Trade-Items und eine Stash-Note. Alleine mit diesen Kleinigkeiten hebt sich ein Cache von einem Logstreifenaufbewahrungspetling deutlich ab. Natürlich sind die wartungsintensiver als ein Petling, aber auch das ist Teil von “Qualität”. Wenn die Dose hin ist, dann kümmere ich mich gefälligst darum.

    Ich hab jedenfalls mehr Spaß an großen Dosen.

    • Grundsätzlich völlige Zustimmung! Aber du weißt ja selber dass wir leider nicht in einer perfekten Welt leben 😉 Und daher nehmen sich vermutlich viele deine Ausführungen vor, setzen es dann aber aus verschiedensten Gründen nicht um. Dazu kommt natürlich das ewige Thema dass die Qualität extrem im Auge des Betrachters liegt. Von daher ist der Ansatz dieser Wettbewerbe vielleicht gar nicht so verkehrt und wenn sie auch nur ein oder zwei Cacher dazu bringen über die von ihnen gelegten Caches einen Moment länger nachzudenken.

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