Was ist ein Event und wie teuer darf es sein?

Was ist also ein Event?

Einen der letzten Blogs die ich aus dem Geocaching-Bereich noch lese ist der kleine fiese Möb der aber auch immer den Finger in die Wunde legen muss und das auch noch ausgiebig im Boulevard-Stil, meist durch Fakten untermauert. Welcher Blog das ist? Na klar, jr849. Auch wenn ich lange nicht immer seiner Meinung bin hat sein Blog einen entscheidenden Effekt durch den er auch zu meinem Lieblings-GC-Blog wird, er polarisiert und sorgt damit dafür dass es zu Diskussionen kommt. Das haben viele versucht ebenfalls so hin zu bekommen aber es nicht geschafft. Aber genug des Lobes, der kleine Ausflug einfach nur weil er mich mit einem Artikel mal wieder ins Nachdenken gebracht hat.

Zuerst wäre die Frage was eigentlich eine Event ist. Und da mache ich es mir eigentlich recht einfach, alles was Groundspeak darunter versteht. Also alles was ein Listing hat und den jeweils geltenden Regeln entspricht. Ist das nun zu einfach? Nein, denn die Definition ist eigentlich “Ereignis” oder auch “besonderes Ereignis”. Wobei “besonders” schon wieder ein so labberiger Begriff ist dass man ihn auch gleich wieder vergessen kann. Und so ist wirklich jedes gelistete Event ein Ereignis.

Das wiederum selbst Groundspeak dieser Winke-Winke-Quatsch und ähnliches auf den Keks geht zeigt ja die Tatsache dass sie immer mal wieder versuchen das über die Regeln in den Griff zu bekommen. Eine Reaktion war ja z.B. die Einführung einer Mindest-Länge von Events was damals auch schon gleich wieder eine Diskussion über den Tod aller Events mit sich brachte. Nur so sehr sie auch an den Regeln schrauben, “findige” Cacher finden halt immer wieder Möglichkeiten die sinnvollen Regeln zu umgehen und so einen (meine persönlichen Ansicht nach) Schrott wie die “xxx/365”-Events in Umlauf zu bringen wo dann 2-3 Mann im vorbei gehen “Hallo” sagen und dafür dann einen Punkt bekommen. Aber so lange Groundspeak nichts dagegen hat, ach Gott ja, lasst sie doch?!

So wäre das Fazit dass nach Groundspeaks Regeln so gut wie alles ein Event ist wenn es also solches gelistet wird, ob einem das nun gefällt oder nicht.

Kosten?

Kommt der viel öfter diskutierte Punkt der Kosten ins Spiel. Ich fand Groundspeaks Ansatz dass Cachen im Grundsatz nichts kosten darf immer sehr gut, somit konnte es nie zu so eine Art Club der Reichen kommen. Klar gibt es Premium-Memberschaft und ohne die ist Cachen schon arg eingeschränkt aber das wäre eh wieder ein ganz eigenes Thema, genauso wie die Frage ob Geocaching nicht eh zu arg mit Groundspeak verknüpft ist. So lassen wir das hier mal außen vor.

Grundsätzlich zieht Groundspeak das ja auch durchaus durch, d.h. jedes Event muss ja auch ohne Eintritt logbar sein. Klar, dann kommt man natürlich nicht auf das Event-Gelände und die Frage ist in wie weit dann so ein Besuch eines Events noch sinnvoll ist. Für mich ist das eher so ein Feigenblatt von Groundspeak das ich eher peinlich als gelungen finde. Denn damit wird das Event für die die nicht zahlen können oder wollen ein reines Punkte abgreifen und ob das wirklich so gedacht war/ist?!

Nun gut, irgendwann kosteten die ersten Events also plötzlich etwas. Durchaus belegbar begründet mit entstehenden Kosten. Und genau da lief für mich die Diskussion oft schon in die verkehrte Richtung. D.h. es ging immer darum ob die Kosten vermeidbar wären, ob man die nicht durch andere Angebote decken könnte und ähnliche Dinge. Für mich stellte sich da eigentlich schon eher die Frage ob man Events die ohne Geld nicht mehr machbar sind einfach sein lässt?! Aber wie so oft, eine Abstimmung mit den Füßen, die Cacher wollen offensichtlich bespaßt werden und in der heutigen Zeit wird das sogar schon voraus gesetzt.

Da muss ich dann tatsächlich mal mit “früher” kommen. Da haben die Cacher sich eher mal selber was einfallen lassen und sich einen schönen Tag bereitet. Dass das heute vorbei ist fiel mir extrem so richtig in Bremerhaven 2017 auf wo ich mehr als einmal hörte das doch zu wenig geboten wäre. Da frage ich mich immer was die Leute eigentlich erwarten. “Früher” waren das wirklich Treffen um zu sehen wer so unterwegs ist oder was andere Cacher denken, heute scheint es immer und immer mehr zur reinen Kirmes zu werden, Thema Cachen ist da eher ein Feigenblatt. Aber auch hier gilt letztlich die Abstimmung mit den Füßen. Wobei mir oft genug der Eindruck kommt dass da was kippt, also Events Zulauf bekommen bei dem es wieder mehr um die Basics geht wie z.B. das Brockenfrühstück wo wirklich mal wieder der Weg das Ziel ist.

Gefällt mir übrigens ganz gut, kein Firlefanz sonder ein Treffen zu einer besonderen Zeit an einem besonderen Ort. Dazu trennt sich hier die Spreu vom Weizen. Zwar lockte es dieses Jahr durch den Mega-Status zum ersten mal auch Gestalten an die eigentlich keine Cacher sondern reine Selbstdarsteller sind aber die werden vermutlich so schnell nicht wieder auftauchen weil es ihnen zu ungemütlich war und es keine Gelegenheit gab sich in den Vordergrund zu spielen, gut so 😎 Da bin ich wirklich gespannt wie sich das entwickelt. Aber ich schweife ab.

Zurück zu den Kosten. Und hier bin ich nicht so auf jr849s Linie. Solange die überhaupt etwas kosten dürfen sollen die von mir aus kosten so viel sie wollen. Denn ich bin überzeugt dass es sogar ein Vorteil ist, denn so teilen sich die Gruppen von ganz allein in Gleichgesinnte auf. D.h. kostet ein Event richtig viel Geld kann ich mir relativ sicher sein dort kaum Cacher zu finden die eher auf meinem Weg unterwegs sind und ich kann mir den Weg sparen. Genau wie übrigens die die dort hin gehen sicher sein können nicht auf mich zu treffen was sie wahrscheinlich genauso angenehm finden. Und bei der riesigen Flut von Events muss eh geschaut werden welches einem gefallen könnte und welches nicht.

Und daher sehe ich auch kein Dollar-Zeichen am Horizont, denn ich bin überzeugt die meisten Orgas versuchen mit dem Geld ja durchaus den Besuchern was zu bieten. D.h. das Preis-/Leistungsverhältnis kann ja sogar besser sein als bei einem 1 Euro-Event wenn man auf die “Attraktionen steht”. Klar, einerseits geht es mir da sehr ähnlich wie jr849, Lab-Caches mache ich eh nicht, Cachen während eines Events finde ich eher stören, abgehalfterte Fernseh-D-Prominenz wäre mir keinen Penny wert, aber wenn das für andere Wert hat, so what?

Mein Fazit?

Es ist mir völlig Latte was so ein Event kostet, es gibt noch genug kostenfreie große Events auf denen ich Cacher treffe die ich sonst nicht treffe, wie z.B. gerade auf dem Brockenfrühstück. Und mein nächster Event-Besuch wird auf einem Event sein über das ich mich letztes Jahr noch lustig gemacht habe, das Europa-Event. Warum der Sinnes-Wandel? Es ist gar keiner, ich ziehe einfach den Hut vor dieser Hartnäckigkeit die Leute nach Büren locken zu wollen und daher werde ich mit der Heike einen Ausflug dort hin machen und so ein Event und ein Wanderwochenende miteinander verbinden. Dabei sei erwähnt das dort kein Eintritt fällig wird!

 

4 Gedanken zu „Was ist ein Event und wie teuer darf es sein?

  1. Hello, schön dich wieder zu sehen

    Das Problem ist, dass jeder Eventveranstalter den anderen übertrumpfen will. Und das kostet. Das wird natürlich abgewälzt auf Shops und Besucher.
    Doch: Je größer, abgehobener ein solches Event wird, desto anonymer wird der einzelne Besucher. Bei Caches wird das Logbuch nur mehr weiter gegeben.

    Mir ist ein kleines Event mit 50Leuten lieber, als ein Grossevent. Denn dort reden die Leute noch miteinander, und brauchen auch keine Bespassung.
    Und wenn dann noch gleichzeitig während des Events neue Dosen rauskommen, wird das auch mit Spass gemeinsam gemacht….

    Persönlich finde ich,dass die Events raus aus der Statistik muss. Was hat das für einen Sinn täglich auf ein Event zu pilgern, aber keinen Multi macht.

    Btw: ihr habt mir alle den Mund wässrig gemacht: Brockenevent steht bei mir im Kalender. Die 800km Anreise ist ok.

    LG aus A

    Luckyjoe2211

  2. d.h. jedes Event muss ja auch ohne Eintritt logbar sein. Klar, dann kommt man natürlich nicht auf das
    Event-Gelände und die Frage ist in wie weit dann so ein Besuch eines Events noch sinnvoll ist.
    Solange Eventlogs Bedingung für Challenge“caches“ sein dürfen, ist die kostenlose Logmöglichkeit unbedingt erforderlich. Ich bin sicher, daß es sonst Proteste geben würde.

    “Früher” waren das wirklich Treffen um zu sehen wer so unterwegs ist oder was andere Cacher denken,
    heute scheint es immer und immer mehr zur reinen Kirmes zu werden, Thema Cachen ist da eher ein
    Feigenblatt.
    Evtl. findet man ja mal zu den Anfängen zurück.
    Aber warum muß der Veranstalter die Teilnehmer bespaßen? Die können das auch selber machen: Der Veranstalter stellt den Platz zur Verfügung und die Teilnehmer bringen alles andere mit.
    Bei (großen) Pfadfinderlagern funktioniert das ganz ähnlich.

    • Wir sind da offensichtlich gleicher Meinung, d.h. ich denke auch Geocacher sollten die Bespaßung selber in den Griff bekommen. Wenn ich mich vor Ort aber so umhöre sind wir das scheinbar nicht die Mehrheit, ich hatte das Gefühl dass durchaus eine Mehrheit einfach schon voraus setzt dass etwas geboten wird. Daher ja auch die These dass es von Vorteil sein kann wenn es Events gibt bei denen so etwas geboten wird und bei anderen halt nicht, so ergibt sich für jeden etwas Passendes.

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